Tiergestützte Intervention für Senioren in Pflege

Demenzkranke Menschen in ihren Alltagskompetenzen stärken und dem Moment der Begegnung einen Lebenssinn geben der Spuren hinterlässt

Alte Menschen fühlen sich nicht mehr so einsam, wenn sie Kontakt zu einem Tier haben. Gehe ich mit meinem Therapiehund Mira über den Gang einer Pflegeeinrichtung, so hellen sich viele Gesichter auf, werden neugierig darauf, wer da kommt. Mit einem fröhlichen lächeln im Gesicht wird Mira begrüßt, die Senioren sind wach, nehmen Kontakt zu Mira auf und sprechen sie liebevoll an, streicheln sie und beginnen ein Gespräch untereinander. Es ist plötzlich eine völlig andere Atmosphäre im Wohnbereich.
Lebensgeister wecken – Ressourcen freisetzen

Tiere haben einen hohen Aufforderungscharakter, die die Senioren in einer Pflegeeinrichtung dazu veranlassen körperlich, geistig und emotional aktiv zu werden. Hunde gehen auf Menschen vorurteilsfrei zu, wirken entspannend und reduzieren Stress beim Menschen, dabei öffnen sie Türen zum Gedächtnis, zur Kommunikation, zur Bewegung und zum emotionalen Wohlbefinden.

Vor allem für Menschen die an einer Demenz erkrankt sind, die sich in vielen Funktionen der Alltagskompetenz eingeschränkt fühlen, können sie zum Anker in der Erinnerung werden. Die Kontaktaufnahme über den Therapiehund ist vielfach einfacher und der Zugang zu dem alten Menschen, der oft in verschiedenen Bereichen nicht mehr ausreichend orientiert ist, wird stark erleichtert. Das liegt daran, dass der Hund uns bedingungslos akzeptiert, er gibt Zuneigung und empathisches Verstehen, er merkt nicht, wenn Menschen mit Demenz immer wieder dasselbe sagen oder fragen oder wenn Wörter keinen Sinn mehr ergeben. Deshalb kann er das Wohlbefinden und damit die Lebensqualität steigern, er vermittelt soziale Verbundenheit und durch die Intensität im Austausch mit Körperkontakt kann Nähe erlebt werden.
Einige Wirkungsfelder der Tiergestützten Therapie:

Stärkung des Selbstwertgefühls:
der Umgang mit einem Tier vermittelt dem Menschen mit Demenz das Gefühl gebraucht und wertgeschätzt zu werden. Das Erleben eigener Kompetenz stärkt das Bedürfnis nach Identität.
Unterstützung der körperlichen Mobilität:
Überwindung der körperlichen Beschwerden durch Spaziergänge mit dem Therapiehund an der Leine. Streicheln, Büsten, Füttern und Spielen mit dem Hund lassen Bewegungen zu, die fast von selber geschehen. Bewegungen die vorher noch unmöglich erschienen werden nun möglich.
Förderung der geistigen Mobilität und der Kommunikationsbereitschaft:
Hunde öffnen Türen zum Gedächtnis. Sie lassen Begebenheiten, Athmosphären und Gerüche aus der Vergangenheit wieder erwachen. Sie aktivieren verschüttetes Erfahrungswissen (ein Gedanke blitzt auf und steht vor unseren Augen), der Alte Mensch erinnert sich wieder, auch die damit verbundenen Gefühle und kommuniziert nicht nur mit der Therapeutin, sondern auch mit anderen Mitbewohnern.
Stimulation der sensorischen Wahrnehmung:
(z.B.) Durch Kontaktliegen des Therapiehundes, durch intensives Lecken der Hand die sich daraufhin öffnet und/oder durch Berührung der Haut mit dem Fell können die einzelnen Sinne angesprochen werden und zu neuen Ausdruckformen finden.

Unser Angebot:

Unser Angebot für Ihre Betreuungs- Pflegeeinrichtung kann in Einzel- und/oder Gruppenbesuchen stattfinden. In einem Vorgespräch können Sie die Rahmenbedingungen Ihres Hauses erläutern und Ihre Wünsche werden speziell auf Sie abgestimmt. Es kann sowohl ein ganz normaler Therapiehundebesuch vereinbart werden, wie auch eine gezielte tiergestützte Einzel- bzw. Gruppentherapie.
In der Einzel- als auch in der Gruppentherapie werden die Ziele professionell und präzise mit Ihnen vereinbart und ausführlich evaluiert.